BASF Schwarzheide stellt sich auf für Neues

Werksansicht BASF Schwarzheide

 

Wie der Standort Schwarzheide weiterentwickelt werden soll und welche Rolle er im Strukturwandel Lausitz spielen kann, war Teil von Gesprächen, die vor einem Monat zwischen Vertretern des Landes Brandenburg und der BASF geführt wurden. Anfang Februar haben sowohl das Unternehmen als auch das Land eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet, in der sich BASF zum Ausbau des Standortes bekennt und das Land seine Unterstützung zusagt.

„Die Lausitz ist im Wandel. Unsere Aufgabe als Unternehmen in der Region ist es, diesen Wandel nachhaltig mitzugestalten und den Standort Schwarzheide für die Zukunft aufzustellen“, sagte Jürgen Fuchs, Vorsitzender der Geschäftsführung, bei einem Pressegespräch am 13. März im Kulturhaus der BASF Schwarzheide GmbH. Gemeinsam mit Dr. Colin von Ettingshausen, Kaufmännischer Geschäftsführer, informierte er über die Entwicklung und Pläne des Unternehmens.

Wie der Standort Schwarzheide weiterentwickelt werden soll und welche Rolle er im Strukturwandel Lausitz spielen kann, war Teil von Gesprächen, die vor einem Monat zwischen Vertretern des Landes Brandenburg und der BASF geführt wurden. Anfang Februar haben sowohl das Unternehmen als auch das Land eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet, in der sich BASF zum Ausbau des Standortes bekennt und das Land seine Unterstützung zusagt.

„Die BASF Schwarzheide GmbH hat in den vergangenen Jahren eine enorme Wettbewerbsfähigkeit unter Beweis gestellt. Die BASF wird den Standort entsprechend stärken und ausbauen“, sagte Fuchs. Im Fokus stehen dabei Produktion, Digitalisierung und Nachhaltigkeit. „Der Standort und die Region stehen in einer direkten Wechselbeziehung. Nur wenn es der Region gut geht, kann es dem Unternehmen gut gehen. Geht es dem Unternehmen gut, profitiert auch die Region. Den Strukturwandel in der Lausitz können wir nur gemeinsam mit allen dazu gehörenden Partnern schaffen“, stellte Fuchs heraus. „Wir begrüßen es, dass Projekte zur nachhaltigen Stromversorgung, zur Logistik sowie Aus- und Weiterbildung in den Abschlussbericht der Strukturkommission aufgenommen wurden.“

 

Standort wächst nachhaltig

Nachhaltigkeit ist ein zentraler Bestandteil der neuen Unternehmensstrategie, die die BASF Ende 2018 bekannt gegeben hat. „Nachhaltigkeit meint das Zusammenspiel zwischen ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Aspekten“, erläuterte Fuchs. „Hier können wir als Partner in der Region für die Region viel bewegen, um den Wirtschaftsstandort Schwarzheide zu einem Zukunftsstandort zu entwickeln. Unser Ziel als Standort ist es, innerhalb weniger Jahre zu einem Nachhaltigkeitschampion in der BASF-Gruppe zu werden.“

Erste Schritte dafür seien getan. Im April 2018 hatte das Unternehmen mit einem symbolischen Spatenstich den Startschuss für die Erneuerung der Rückstandsverbrennungsanlage gegeben. Insgesamt 33 Millionen wurden hier investiert. Im Zuge der Modernisierung wurde das Verfahren der Rauchgaswäsche optimiert. Damit kann die Verfügbarkeit der Anlage erhöht und die Umwelt weiter entlastet werden. Wie geplant wird die Anlage im Spätsommer in Betrieb genommen.

„Wir werden mit neuen Verfahren verstärkt auf eine Kreislaufwirtschaft setzen“, kündigte Fuchs an. Im zurückliegenden Jahr wurden dazu Verträge mit zwei neuen Ansiedlern unterzeichnet. „Wir haben neben einer bereits bestehenden Zusammenarbeit zwei weitere starke Partner für den Standort gewonnen, die es uns ermöglichen, Abfallströme zu teilen und diese weiter zu verwerten“, so Fuchs.

Für ihr Projekt zur Trennung von Abfallströmen aus einer Produktionsanlage wurde im zurückliegenden Jahr ein standortübergreifendes Team, in dem Mitarbeiter aus Schwarzheide maßgeblich mitgearbeitet haben, mit dem Operational Excellence-Award 2018 der BASF ausgezeichnet. Mit dem Preis würdigt die BASF weltweit einzigartige technische Lösungen, die in interdisziplinären Teams erarbeitet und umgesetzt wurden.

„Wir wollen erneuerbare Energien in die bestehende Energieversorgung des Standortes einbinden. Das ermöglicht uns kostengünstiger und nachhaltiger zu produzieren“, sagte Fuchs. Die Politik ist gefordert, die Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Bezug von erneuerbarem Strom zu wettbewerbsfähigen Preisen ermöglichen. Weitere Projekte, wie die Modernisierung des GuD-Kraftwerkes, sind in Planung.

 

Standort investiert nachhaltig

Insgesamt 148 Millionen Euro hat die BASF 2018 am Standort in die Instandhaltung und Erweiterung von Produktionsanlagen und die Modernisierung von Infrastruktureinrichtungen investiert. „Unsere Investitionspipeline für die kommenden zwei Jahre ist gut gefüllt“, sagte Fuchs. „Sollte sich der Standort Schwarzheide im globalen BASF-Standortwettbewerb um Investitionen durchsetzen, dann sind bis zu fünf Spatenstiche zu erwarten.“ Gespräche zur Erweiterung des Produktportfolios werden geführt. Unter anderem werde auch der Standort Schwarzheide für den Bau einer Produktionsanlage für Batteriematerialien geprüft.

 

Schwarzheide geht digitalen Weg weiter

In der chemischen Industrie ist BASF Vorreiter der Digitalen Transformation. Die BASF Schwarzheide GmbH nimmt diese Rolle in der BASF-Gruppe ein und verfolgt das Ziel, der erste vollständig digital transformierte Produktionsstandort im Konzern zu werden. „Diesen Weg gehen wir weiter“, betonte Fuchs. Seit eineinhalb Jahren ist ein Expertenteam am Standort aktiv. Erarbeitet wurden unter anderem digitale Roadmaps für alle Produktionsanlagen. Diese Fahrpläne schattieren Maßnahmen für die Digitale Transformation der nächsten Jahre vor. „Das Prinzip dieses Vorgehens wurde innerhalb der BASF-Gruppe adaptiert und dient als Blaupause“, sagte Fuchs.

Tablets und Smartphones gehören in vielen Anlagen zum Standard. Projekte am Standort befassen sich mit mobilen Anwendungen in der Produktion, prädiktiver Instandhaltung und Prozessoptimierung mittels Datenanalyse. „Datenmodellierung hilft, Produktionsprozesse effektiver und effizienter zu gestalten“, so Fuchs. „Wir können Wartungsintervalle sinnvoller planen und Ausfälle von kritischen Assets zuverlässig vorhersagen.“

„Unser Ziel, digitaler Vorreiter zu sein, das funktioniert nur, wenn wir alle unsere Mitarbeiter einbinden“, betonte Fuchs. Dazu biete das Unternehmen eine Vielzahl von Veranstaltungen an, um digitale Technologien wie Virtual und Augmented Reality kennenzulernen und auszuprobieren. In Workshops kann Digitalisierung spielerisch entdeckt werden, indem Anlagenmodelle aus Kunststoffbauteilen im kleinen Maßstab nachgebaut und deren Funktionalität getestet werden können.

 

Standort sucht Mitarbeiter

Im vergangenen Jahr waren insgesamt 1.973 Mitarbeiter (Stand 31.12.2018) bei der BASF Schwarzheide GmbH beschäftigt. Zusammen mit Kontraktoren, den Beschäftigten weiterer BASF-Gruppengesellschaften, Ansiedlern und Dienstleistern sind am Standort Schwarzheide insgesamt rund 3.521 (Stand 31.12.2018) Menschen tätig.

„Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung am Standort, der Digitalen Transformation und möglichen zukünftigen Investitionen haben wir in größerem Umfang Stellen zu besetzen“, sagte Arbeitsdirektor Dr. Colin von Ettingshausen. Gesucht werden Ingenieure genauso wie Chemikanten und Industriemeister sowie Experten für die Digitalisierung.

Um den Lausitzer Produktionsstandort bekannter zu machen, startet die BASF Schwarzheide GmbH eine Imagekampagne unter dem Titel „Mach ich!“. Themenschwerpunkte sind Job- und Karrieremöglichkeiten, Digitalisierung, das Engagement des Unternehmens. Um gezielt neue Mitarbeiter ansprechen und BASF Schwarzheide GmbH als attraktiven Arbeitgeber bekannter zu machen, geht der Standort zusätzlich mit einer Personalkampagne an den Start. Unter dem Titel „Hier bei uns“ werden die Möglichkeiten, die BASF bietet, herausgestellt – von der Ausbildung, Karrierechancen und Weiterentwicklung bis zu vielfältigen Einstiegsmöglichkeiten als Young Professional, Experte oder Fachkraft mit Erfahrung.

„Neben der Rekrutierung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für unser Schwarzheider Team steht die Umsetzung des Potsdamer Modells bis 2021 im Fokus“, sagte von Ettingshausen. „Das Potsdamer Modell ermöglicht flexiblere Arbeitszeitmodelle. Wie wir das konkret im Produktionsbetrieb umsetzen werden, wird in ausgewählten Pilotbetrieben getestet.“

 

Gemeinsam Kräfte bündeln für Aus- und Weiterbildung in der Region

Insgesamt 154 Auszubildende (Stand 31.12.2018) absolvieren eine Ausbildung im Unternehmen. Im vergangenen Jahr hat die BASF Schwarzheide GmbH die Zahl der Auszubildenden um knapp 30 Prozent erhöht. Für den Beruf des Chemikanten wurde rund ein Drittel mehr Plätze angeboten. Ab September bildet die BASF Chemikanten, Industriemechaniker, Elektroniker für Automatisierungstechnik, Mechatroniker, Chemielaboranten und Notfallsanitäter aus. Im berufsvorbereitenden Jahr „Start in den Beruf“ werden zusätzlich fünf Plätze für Jugendliche mit Migrationshintergrund angeboten.

„BASF Schwarzheide GmbH bietet Jugendlichen eine Ausbildung mit Perspektiven“, sagte von Ettingshausen. „Wir bilden seit Jahren nicht nur für unseren eigenen Bedarf aus. Um den Fachkräftebedarf in der Region zu sichern, braucht es weit mehr als das. Deshalb setzen wir uns für ein Leistungszentrum Lausitz ein, das vorhandene Kräfte und Kompetenzen in Chemie und Technik bündelt. Eine Spitzenaus- und Weiterbildung in der Region ist ein Bestandteil, um die Lausitz zukunftsfähiger aufzustellen.“

 

Logistikdrehscheibe Schwarzheide

Die logistische Anbindung des Unternehmens bietet einen Standortvorteil. „Schwarzheide hat das Potenzial zu einem Anlaufpunkt für die Neue Seidenstraße zu werden“, sagte von Ettingshausen. Der Knotenpunkt Ruhland ist Bestandteil der „Niederschlesischen Magistrale“, die Häfen und Wirtschaftszentren zwischen West- und Osteuropa verbindet. Gespräche zum weiteren Ausbau des bestehenden Kombiverkehrsterminals laufen. „In dem Ausbau des Standortes zu einem Logistikzentrum sehen wir als Unternehmen eine weitere Chance, den Strukturwandel der Lausitz zu schaffen“, so von Ettingshausen.

 

 

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