Kohle leistete auch 2021 hohen Beitrag zur Sicherheit der inländischen Stromversorgung

Kohle und Erdgas im Plus / Erneuerbare mit leichtem Minus

 

Die inländische Braunkohleförderung lag im Jahr 2021 mit rund 126,4 Millionen Tonnen (Mio. t) um fast 18 Prozent über dem Vorjahresergebnis. Dabei war der Zuwachs in den einzelnen Revieren unterschiedlich stark: Im Rheinland (plus 22 Prozent) und in Mitteldeutschland (plus 32 Prozent) war der Zuwachs besonders hoch, aber auch in der Lausitz (plus 8 Prozent) war die Förderung deutlich höher als im Vorjahr, aber um rund 4 Prozent kleiner als 2019.

 

Die Gewinnung von Braunkohle und ihr Einsatz in Kraftwerken zur Stromerzeugung folgt den Vorgaben des Kohleverstromungsbeendigungsgesetzes und dem Stufenplan der vorzeitigen Beendigung der Kohleverstromung in Deutschland. Die Veränderung entspricht weitgehend der Entwicklung der Lieferungen an die Kraftwerke der allgemeinen Versorgung (insgesamt 111,7 Mio. t, plus 20 Prozent), an die knapp 90 Prozent der Gesamtförderung gehen.


Insgesamt war die Stromerzeugung aus Braunkohle mit rund 110 Terawattstunden (TWh) höher als im Vorjahr. Der Anteil der Braunkohle an der Stromerzeugung stieg auf gut 18 Prozent (Vorjahr 16 Prozent). Diese Entwicklung ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die im Vorjahr witterungsbedingt insbesondere im Februar außergewöhnlich hohe Einspeisung von Strom aus Windanlagen 2021 deutlich niedriger war. Darüber hinaus trugen der Basiseffekt durch die Corona-Pandemie und die geänderte Wettbewerbssituation als Folge einer Vervielfachung der Erdgaspreise wesentlich zum Ergebnis des Jahres 2021 bei.

 

Die Braunkohle leistete auch 2021 einen außergewöhnlichen Beitrag zur Sicherheit der inländischen Stromversorgung. Als Energieträger, der vollständig aus heimischen Lagerstätten gewonnen wird, trug die Braunkohle zudem zur Wettbewerbsfähigkeit der Energie- und Strompreise bei, da sich die Importenergien Rohöl, Erdgas und Steinkohle im Jahresverlauf deutlich verteuerten, erklärte der Deutsche Braunkohlen-Industrie-Verein (DEBRIV) anlässlich einer Bewertung des Jahresergebnisses des Industriezweigs.

 

Der ungewöhnlich deutliche Anstieg bei der Nachfrage nach Strom aus den Braunkohlekraftwerken hatte mehrere Ursachen und ändere nichts am grundsätzlichen Rückgang bei Gewinnung und Verstromung heimischer Braunkohle, kommentierte DEBRIV-Hauptgeschäftsführer Dr. Thorsten Diercks die Entwicklung des vergangenen Jahres. Strom aus Braunkohle, aber auch aus Steinkohle glichen 2021 den kräftigen Rückgang bei der Windstromerzeugung aus. So verminderte sich die Windstromeinspeisung an Land um 12 Prozent und die der Anlagen auf See um mehr als 7 Prozent gegenüber dem windstarken Vorjahr. Zudem erhöhte sich der Bruttoinlandsstromverbrauch im Zuge der wirtschaftlichen Erholung um knapp 3 Prozent. Da Erdgaskraftwerke aufgrund einer Vervielfachung der Preise ihre Wettbewerbsfähigkeit auf dem Strommarkt 2021 weitgehend einbüßten, füllten vor allem Stein- und Braunkohlekraftwerke die Versorgungslücke. Auch bei den verbliebenen Kernkraftwerken kam es zu einer deutlichen Erhöhung der Stromerzeugung in der Größenordnung vonetwa 7 Prozent.

 

Für den diesjährigen zweistelligen Zuwachs bei der Verstromung von Braunkohle ist, so der DEBRIV, auch ein statistischer Basiseffekt verantwortlich. 2020 war die Stromerzeugung aus Braunkohle auf einen Anteil von 16 Prozent an der Gesamterzeugung zurückgefallen, weil außergewöhnlich viel Windstrom in die Netze eingespeist wurde. Verglichen mit den Werten von 2019 fällt die Stromerzeugung aus Braunkohle in diesem Jahr etwa 4 Prozent geringer aus. Gegenüber 2018 liegt der Rückgang sogar bei rund 25 Prozent. „Die Gewinnung von Braunkohle und ihr Einsatz in Kraftwerken zur Stromerzeugung folgt den Vorgaben des Kohleverstromungsbeendigungsgesetzes und dem Stufenplan der vorzeitigen Beendigung der Kohleverstromung in Deutschland“, erklärte DEBRIV-Hauptgeschäftsführer Diercks. Zum Jahresende 2021 wurden weitere Braunkohlekraftwerksblöcke mit einer Erzeugungsleistung von zusammen rund 1.000 Megawatt (MW) stillgelegt. Da außerdem zum Jahresende 4.000 MW Kernkraftwerksleistung abgeschaltet werden, bleibe die Bedeutung der verbleibenden Braunkohlekraftwerke für die Versorgungssicherheit hoch.

 

PM: AG Energiebilanzen

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