In eigener Sache: Wechsel in der Geschäftsführung der WiL

Nach fünf Jahren gibt Michael Schulz die Position als Geschäftsführer in neue Hände

 

Ende März wird Michael Schulz nach über 5 Jahren als Geschäftsführer aus der Wirtschaftsinitiative Lausitz ausscheiden, um sich zukünftig neuen Aufgaben zu widmen. Wir haben mit Michael Schulz und dem WiL-Vorsitzenden Dr. Markus Binder über Erreichtes und Geplantes gesprochen.

 

Herr Schulz, wenn Sie auf Ihre Zeit bei der WiL zurückblicken – was hat die WiL für die Lausitz erreicht?

Zurückblickend ist es gar nicht so einfach kurz und knapp das Erreichte der vergangenen Jahre aufzulisten. Das zentrale Ziel der WiL und unserer Arbeit war  immer, der Lausitzer Wirtschaft und ihren Interessen gegenüber Bund und Ländern eine Stimme zu geben. Ich freue mich, dass uns das mit unseren Initiativen immer wieder gelungen ist und auch weiterhin gelingt. So konnten wir die WiL aktiv im Gesetzgebungsprozess für das „Strukturstärkungsgesetz“ positionieren, was insbesondere seinen Ausdruck in der Beteiligung der WiL in der Anhörung des Gesetzes im Ausschuss für Wirtschaft und Energie des Bundestages gefunden hat. Des Weiteren bringt sich die WiL derzeit aktiv in die Ausgestaltung des Just Transition Fund (JTF) – einem Förderinstrument der Europäischen Union – ein, mit dem den Unternehmen in der Region zukünftig zusätzlich Fördermöglichkeiten zur Unterstützung ihrer Vorhaben zur Verfügung stehen werden. Darüber hinaus haben wir neben unserem LEX, dem Personalleiterarbeitskreis und unserer Initiative zur MINT-Bildung über 20 weitere Projekte zu Wirtschafts-, Bildungs- oder Fachkräftesicherungsthemen mit initiiert und unterstützt.

 

Herr Dr. Binder die Lausitz steckt mitten im Strukturwandel – welche Rolle spielt die WiL dabei? Welche Rolle wird sie künftig übernehmen?

Die WiL hat in dieser Debatte bisher eine wichtige Rolle eingenommen. Als starker Vertreter der Lausitzer Interessen findet sie bei politischen Entscheidungsträgern und Partnern länderübergreifend Gehör und gibt dabei immer wieder wichtige Anstöße für Entwicklungen. Darüber hinaus vertreten wir die Interessen der Wirtschaft im Transformationsprozess in den Strukturen der Länder z.B. in den „Werkstätten“ in Brandenburg, dem Begleitausschuss zur Strukturentwicklung des Landes Brandenburg, im Kompetenzzentrum in Weißwasser und als einer der Sprecher in der Redaktionsgruppe zur Umsetzung des JTF in Sachsen. Das Ziel der WiL ist es auch weiterhin, die Stimme der gesamten Lausitzer Wirtschaft zu sein und die Zukunft der Lausitz aktiv mit zu gestalten.

 

Herr Dr. Binder, welche Themen wird die WiL als nächstes angehen?

Ganz oben auf der WiL-Agenda steht unsere permanente Begleitung des Strukturwandelprozesses. Hier sind wir mit unserer Vorstandskollegin Katrin Bartsch als Stimme der Wirtschaft in die Lausitz-Kommission als Partner der kommunalen Lausitzrunde eingebunden. Inhaltlich fordern wir weiterhin ein, dass der Strukturwandelprozess die Bedürfnisse und Interessen der Menschen und der Wirtschaft in den Fokus nimmt. Die Zeit für den vor uns liegenden Umbau der Energielandschaft und damit für die Transformation der Region Lausitz darf nicht weiter verkürzt werden, es müssen Kriterien wie Versorgungssicherheit, geopolitische Unabhängigkeit und letzten Endes Preiswürdigkeit der Energieversorgung berücksichtigt werden. Die Unterstützung des  Transformationsprozesses durch Fördermittel muss transparent und nach messbaren Erfolgskriterien erfolgen. Dazu sind wir mit den Vertretern der Politik der beiden Landesregierungen und den regionalen „Umsetzern“ wie Wirtschaftsregion Lausitz oder Sächsische Agentur für Strukturentwicklung in der Diskussion.

Die WiL wird sich weiter in über 30 Kooperationen, Netzwerken und Arbeitsgruppen in den Themen Fachkräftesicherung und Fachkräftemarketing, Aus- und Weiterbildung für die Lausitzer Wirtschaft engagieren. Im Januar bereits ist der 18. Lausitzer Existenzgründer Wettbewerb (LEX) gestartet. Darüber hinaus bereiten wir aktuell ein Projekt für die Entwicklung einer regionalen Marke Lausitz vor.    

 

Herr Schulz, wie geht es nach Ihrem Abschied von der WiL für Sie weiter?

Ich werde mich aus familiären Gründen aus der Lausitz verabschieden und widme mich beruflich zukünftig den Themen Berufsorientierung und -vorbereitung, beruflicher Bildung und der Arbeitsmarktpolitik. Hier werden sich sicher auch weiterhin viele Anknüpfungspunkte mit der Lausitz ergeben.

 

Herr Dr. Binder, ab wann dürfen wir mit einer neuen WiL-Geschäftsführung rechnen? 

Zunächst möchte ich im Namen der gesamten WiL Herrn Schulz für die bisherige Erfolgsbilanz der WiL, die er maßgeblich gestaltet hat, meinen herzlichen Dank aussprechen und ihm für seine zukünftige Aufgabe viel Erfolg wünschen. Für die Nachfolge läuft jetzt das Bewerbungsverfahren. Interessierte Bewerberinnen und Bewerber sind noch bis Ende Februar dazu aufgerufen, sich bei der WiL zu bewerben. Bei Rückfragen zum Bewerbungsverfahren steht Herr Schulz unter m.schulz@wil-ev.de gern zur Verfügung. Es ist beabsichtigt, dass sich der oder die neue Geschäftsführer*in dann noch im Frühjahr unseren Mitgliedern und Partnern vorstellen wird.

 

 

           

Dr. Markus Binder                Michael Schulz

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