Klaus Aha als Geschäftsführer verabschiedet

Seit 2016 engagierte sich Klaus Aha ehrenamtlich in der WiL für die Lausitz. Auf der Mitgliederversammlung im November wurde er nun offiziell verabschiedet. Wir haben mit ihm über seine  Jahre in der Lausitz gesprochen.

 

Herr Aha, nach Ihren Jahren im Vorstand der Vattenfall, als Präsident der IHK Cottbus und zuletzt als ehrenamtlicher Geschäftsführer der WiL, fällt Ihnen der Ruhestand leicht?

Wir haben drei Söhne und demnächst sechs Enkel, da erwartet mich auch ein abwechslungsreiches Familienleben und meine Sicht auf den Ruhestand hat sich verändert. Was ich im Ruhestand machen werde, werde ich sehen, ich werde sicherlich auch in Zukunft ehrenamtlich aktiv sein, auch wenn ich noch kein konkretes Thema habe.

 

Wie waren Ihre Eindrücke von der Lausitz, als Sie 2004 in die Region kamen.
Zunächst hatte ich natürlich meine Aufgabe bei Vattenfall, einem großen ostdeutschen Unternehmen mit 8000 Beschäftigten im Fokus. Erst nach und nach kam ich dann an und nahm die Gelegenheit wahr, meine Kenntnisse und Erfahrungen einzubringen. Ich habe dann Themen aufgegriffen, die mir besonders wichtig erschienen. Als IHK-Präsident war das zum Beispiel die Förderung des Dualen Studiums und hier besonders die Einrichtung solcher Studiengänge an der BTU Cottbus-Senftenberg. Das ist gelungen.

 

Was waren Ihre Aufgaben als Geschäftsführer der WiL?

Ziel der WiL war und ist es natürlich die wirtschaftliche Situation der Lausitz länderübergreifend zu verbessern und sie auf die Zukunft vorzubereiten. Der politische Wille aus der Kohle auszusteigen ist im Bund seit Jahren da, jedoch bestand keine Vorstellung darüber, wie die damit ca. 20.000 wegfallenden Arbeitsplätze in der Lausitz kompensiert werden sollten. Wir haben mit Abgeordneten, Politikern, Führungskräften gesprochen und stellten Fragen und zeigten Lösungsansätze auf. Dabei kam das Netzwerk der WiL zum Tragen und natürlich war es förderlich, dass Unternehmen wie die LEAG oder BASF Mitglied sind. Der Zugang zur Politik war und ist somit einer auf Augenhöhe.

 

Wo sehen Sie Belege für den Erfolg Ihrer Arbeit? Was haben Sie erreicht?

Wir haben Initiativen angeschoben, die dann von anderen aufgenommen und durchgesetzt wurden. Die jetzt beschlossenen Gesetze zu den beschleunigten Umsetzungsverfahren der wichtigen Verkehrsprojekte im Rahmen des Strukturwandels etwa entspringen einer Anregung, die wir bereits vor einigen Jahren kommuniziert haben. Die Genehmigungsprozedur und eine anschließende gerichtliche Überprüfung für die großen Verkehrsprojekte in der Lausitz werden jetzt um bis zu einem Drittel der Zeit verkürzt. Damit wird es möglich, dass die Projekte noch während der Zeit des Strukturwandels Wirkung entfalten.

 

Die Bedeutung der Lausitz für die Metropolen Berlin und Dresden und umgekehrt halte ich für nach wie vor unterschätzt. In den Großstädten und ihrem Speckgürtel wächst die Wirtschaft rasant und es braucht Mitarbeiter. Die benötigen bezahlbaren, gut erreichbaren Wohnraum, ideal in einem schönen Umfeld. Das bietet die Lausitz. Aber auch andersrum funktioniert es – bei entsprechend guter Schienenanbindung pendeln hier dringend benötigte Fachkräfte auch aus den Metropolen in die Lausitz und umgekehrt. Die Frequenz und die Beförderungsqualität müssen dafür natürlich stimmen.

 

Was geben Sie bei Ihrem Abschied der Region und den Lausitzern mit?

Es gibt keinen Grund für Minderwertigkeitskomplexe in der Lausitz. Diese Region muss sich nicht verstecken. In Sachen Bergbau-Technologie können wir in der Lausitz von Hightech sprechen und die ist exportfähig. Auch die Leistungen der BTU und der Hochschulen der Region müssen keinen Vergleich scheuen. Den Strukturwandel können die heimische Wirtschaft und die Bürgerschaft mit solidem Selbstbewusstsein angehen. Angst vor den anstehenden Veränderungen ist fehl am Platze.

Zurück