Lausitzer Antworten auf das Thema Pflegenotstand durch smarte Technologien und Digitalisierung

Team der BTU Cottbus-Senftenberg und der Großenhainer Maschinenbau GmbH mit dem Leichtbau - Pflegelift

 

Die Pflege älterer Menschen wird künftig mehr Fachkräfte und eine zunehmende Digitalisierung benötigen. Lausitzer Unertnehmen und die Hochschulen entwickeln schon heute Produkte und Strategien um diesen Entwicklungen gerecht zu werden.

 

Eine technische Innovation in der Pflege kommt aus der Lausitz. Eine Projektgruppe der BTU Cottbus-Senftenberg und der Großenhainer Maschinenbau GmbH hat einen Pflegelift entwickelt, der zur Umlagerung sowie zum Transport und zum Aufrichten von pflegebedürftigen Personen eingesetzt werden kann. Das Gerät kommt zum Einsatz, wenn die Pflegekräfte dies mit der eigenen Kraft nicht mehr bewerkstelligen können. Das im Vergleich zu anderen Geräten kompakte Gerät ist mit 18 kg mobil einsetzbar und kann gleichzeitig Belastungen von bis zu 130 kg standhalten. Zudem ist der Lifter so konstruiert, dass er sich in drei Handgriffen auf- bzw. abbauen lässt und im zusammengelegten Zustand mühelos in einen der in der ambulanten Pflege häufig eingesetzten Kleinst-PKW passen. Insbesondere für den Bereich der ambulanten Pflege kann der Lifter damit ein wichtiges zukünftiges Hilfsmittel sein. „Wir begrüßen solche Initiativen sehr, denn mit dem zunehmenden Durchschnittsalter der Bevölkerung ist das Thema Pflege im Alter in Deutschland in den letzten Jahren immer wichtiger geworden und die Bedeutung wird weiter zunehmen. So rechnet das Statistische Landesamt des Freistaates Sachsen bis zum Jahr 2030 damit, dass über 242.000 Menschen im Freistaat pflegebedürftig sein werden. Das sind über 35.000 Menschen und damit fast ein Fünftel mehr als heute. Auch die Berechnungen des Landes Brandenburg gehen davon aus, dass in Zukunft deutlich mehr Menschen im Land auf Pflege angewiesen sein werden. Doch schon heute sind die Pflegeplätze knapp und viele Arbeitsplätze in der Pflege bleiben unbesetzt“, sagt Michael Schulz, Geschäftsführer der WiL.

 

„Digitale und technische Fortschritte in der Pflege müssen zukünftig immer auch die Berührungsängste und Sorgen der pflegebedürftigen Menschen im Blick haben. So wird zum Beispiel eine bessere Kommunikation zwischen Arzt und Patient ermöglicht, eine leichtere Informationssammlung und -verarbeitung eingerichtet, eine bessere Arbeitsorganisation möglich oder die körperliche Belastung des Pflegepersonals verringert“, sagt Schulz weiter.

 

In den letzten Jahren wurden Wohnungen und Häuser immer weiter altersgerecht umgebaut. Dies ging häufig Hand in Hand mit dem Einsatz neuer Technologien (z.B. SmartHome, Telemonitoring, Sturzerkennung etc.) Welchen Einfluss diese zunehmende Digitalisierung in der Pflege auf das Leben der Menschen hat, untersucht das Institut für Gesundheit, Altern und Technik der Hochschule Zittau/Görlitz. Gemeinsam mit der Görlitzer Wohnungsbaugenossenschaft KommWohnen wurde eine Wohnung als Forschungslabor u.a. mit dem Zweck eingerichtet, neue altersgerechte Technologien zu entwickeln, Berührungsängste von älteren Menschen gegenüber der Digitalisierung abzubauen und junge Menschen für das Thema Altern zu sensibilisieren. Denn die Wissenschaftler der Hochschule Zittau Görlitz (HSZG) sind überzeugt, dass die zunehmende Digitalisierung der Pflege nur erfolgreich gelingen kann, wenn man die Menschen auf diesem Weg mitnimmt und Ihre Ängste und Sorgen dabei berücksichtigt.

 

Bill Pottharst untersucht für die Hochschule Zittau/Görlitz gemeinsam mit der Görlitzer Wohnungsbaugenossenschaft KommWohnen welchen Einfluss die zunehmende Digitalisierung in der Pflege auf das Leben der Menschen hat

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