Innovationsregion Lausitz mit neuen Projekten für den Strukturwandel

 

Strukturwandel heißt, das bestehende Netzwerk aus Forschungsinstitutionen, Produktionsbetrieben und Dienstleistern in eines oder mehrere Wertschöpfungsnetzwerke weiter zu entwickeln. Dafür leistet die Innovationsregion Lausitz GmbH (iRL) einen wichtigen Beitrag als Kooperationsplattform in der Region. Dabei werden moderne Arbeitsmethoden bereitgestellt und genutzt, um Strategien, Produkte und Geschäftsmodelle zu entwickeln.

 

Im Frühjahr sind zwei Innovationsprojekte der iRL gestartet.

 

Die Lausitz wird zur "Macher"-Region

 

Das Macher-Projekt der Innovationsregion Lausitz (iRL) hat Anfang März begonnen und vernetzt Unternehmen Südbrandenburgs in ihrer praktischen Innovationsarbeit. Ziel ist es, gemeinsam neue Wertschöpfungsketten und Produkte zu entwickeln. So können Technologien und Fördergelder gezielter eingesetzt werden und die Unternehmen können auf operativer Ebene ihre Herausforderungen lösen.


Das Projekt wird getragen von der Wirtschaftsförderung Berlin-Brandenburg (WFBB), die Projektdurchführung liegt bei der IRL.

 

In der ersten Phase des Projektes, der Analyse, werden Lausitzer Unternehmen befragt, um ihre Bedürfnisse, Wünsche und Herausforderungen aufzunehmen. Derzeit sind bereits etwa 30 Unternehmen interviewt worden, berichtet der Business Designer und Innovationscoach Christopher Nitsch. Er leitet das Projekt, das bis zum 31.12.2020 abgeschlossen werden soll.

 

Die ersten Interviews zeigten mehrere Themen, die derzeit für die Unternehmen der Lausitz besonders relevant sind: Unter anderem nannten die Befragten die dezentrale Wasserstoffinfrastruktur, Energieeffizienz, Weiterverwendung von Windkraftanalagen und Bauwirtschaft mit Holz aus der Lausitz als Kernthemen. „Wir erarbeiten nun mit den Unternehmen Zielsetzungen und suchen weiter nach Firmen, die fehlende Kompetenzen ausgleichen und potenzielle Projekte bereichern wollen“, so Christopher Nitsch.

 

„Wir sind generell offen für weitere spannende Themen“, unterstreicht der Projektmanager und ruft ausdrücklich alle interessierten Unternehmen Südbrandenburgs auf, sich bei ihm zu melden. Aus der Bedarfserfassung in den Interviews entstehen zum Beispiel Ansatzpunkte rund um das passende Geschäftsmodell und die richtige Marketingstrategie.

 

Im weiteren Verlauf des Projektes werden sich Potentialphase und Umsetzungsphase anschließen:

„In der Potentialphase werden aus den gesammelten Erkenntnissen die Schnittmengen für Kooperationen zwischen den Unternehmen gebildet und die werthaltigsten gemeinsamen Themen bestimmt. Aus diesen Potentialen werden in Workshops dann konkrete Projekte geplant.“

 

Umsetzung: In der Umsetzungsphase werden dann in verschiedenen Projekt-Sprints die aus-gewählten Themen und Zielsetzungen zusammen mit den Unternehmen in Projektansätze überführt und für den weiteren Erfolg auf Seiten der Firmen auf den Weg gebracht.

 

Die Umsetzung soll in ersten konkreten Ansätzen im Dezember 2020 sichtbar sein. „Wenn nötig, werden wir dafür die großen Ziele auf kleinere Etappenziele herunterbrechen, um den zeitlichen Rahmen der Projekte bis Dezember 2020 einzuhalten“, berichtet Christopher Nitsch weiter.

 

„Wir freuen uns auf Meldungen von allen Unternehmen, die an den Interviews teilnehmen, sich vernetzen und damit zum Macher der Lausitz werden wollen. Kontaktieren Sie mich gern unter nitsch@innovationsregionlausitz.de“, so Christopher Nitsch

 

 

 

Projekt des BMBF in der Lausitz schafft Bündnisse zur Industrieautomatisierung

 

Anfang März startete das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) getragene Vorhaben „Ko-Innovationsplattform Industrieautomatisierung“ (KOI), das die Innovationsregion Lausitz (iRL) initiiert hat. Eine riesige Chance für die Region, denn insgesamt hat die IRL im Rahmen des WIR! Programmes damit bis jetzt Fördermittel in Höhe von 3,7 Mio. Euro verbunden mit 2,1 Mio. Euro Eigenmitteln aus der Industrie eingeworben, die direkt der Innovationsarbeit Lausitzer Firmen zugute kommen.

 

Das Vorhaben im Rahmen des WIR!-Programmes hat das Ziel, durch das Bündnis aus industriellen Produktionsbetrieben, Technologieentwicklern und Forschungsinstituten neue Produkte im Innovationsfeld Industrieautomatisierung aus der Region heraus zu entwickeln.

 

Die Ko-Innovationsplattform Industrieautomatisierung schafft ein starkes Netzwerk regionaler Unternehmen und wissenschaftlicher Einrichtungen mit einem gemeinsam genutzten Expertenpool“, sagt Innovationsmanagerin Lisa Meyer von der iRL. Sie unterstreicht, dass auf dem Gebiet der Industrieautomatisierung durch die neuen Produktideen und die Vielzahl strategischer Optionen fortlaufend Potenziale für die Lausitz erschlossen werden. Vor allem gehe es darum, dem Strukturwandel zu begegnen und durch das Netzwerk langfristige Perspektiven für die Region zu schaffen, so Lisa Meyer weiter. Ihre Aufgabe als Innovationsmanagerin ist es, die Akteure zusammen zu führen und Lernergebnisse sowie Erfolge zu berichten. Dies geschieht unter anderem auf der Open Innovation Conference. Das ist ein ein- bis zweitägiges Workshop-Format zum Austausch und Entwicklung neuer Ideen.

 

„Die Veranstaltung ist öffentlich, das heißt auch Unternehmen, die noch nicht bei KOI mitwirken, sind herzlich eingeladen. Die nächste Open Innovation Conference findet der aktuellen Situation angepasst vollkommen digital am 18. Juni statt. Es werden für die nächste Welle von Projekten interessierte klein- und mittelständische Unternehmen zur Projektideenentwicklung gesucht“, sagt Lisa Meyer.

 

Das von der iRL eingereichte KOI-Vorhaben läuft bis 2025. Projekte bilden das Fundament für die Plattform. Zu diesen gehört das Innovationsmanagement selbst und folgende Technologieprojekte. „Mit einem Key-Performance-Indicator- und Datenanalyse-Paket sollen beim Projekt Data Based Services Prozesse analysiert und optimiert werden. Dazu werden durch Sensoren den gesamten Prozess entlang Daten gesammelt, die durch die Software zu verwendbaren Informationen verarbeitet werden“, erläutert Lisa Meyer.

 

Das Projekt „Digital Twin“ beschäftigt sich mit der Modellierung des Verschleißprozesses von Anlagen durch einen digitalen Zwilling, wodurch die Ausfallzeitpunkte kontrolliert werden können.

 

Beim Projekt „Additive Fertigung“ wird eine durchgehende Prozesskette zur drahtbasierten additiven Herstellung von hochbeanspruchten Anlagenbauteilen eingeführt. Das Projekt „Querschnittsforschung“ nutzt Verfahren der Symbolischen Künstliche Intelligenz zur Prozessoptimierung und ist damit unmittelbar mit weiteren Anwendungen verzahnt. Eine zusätzliche Querschnittsfunktion zur Verbindung der Projekte bilden zwei Doktorarbeiten der „Wissenschaftlichen Bündnisbegleitforschung“.

 

„Beteiligen können sich Unternehmen der Lausitz, die Interesse haben ein Forschungsprojekt im Feld der Industrieautomatisierung durchzuführen. Inhaltlich sollten diese an den oben vorgestellten Themen orientiert werden. Besonders klein- und mittelständische Unternehmen sind willkommen! Wir helfen gern bei der Projektideenfindung und -konkretisierung. Treten Sie dazu gern mit mir unter meyer@innovationsregionlausitz.de in Kontakt. Einen Einblick in das WIR-Programm und die Ko-Innovationsplattform können Sie bei der Open-Innovation-Conference bekommen“, teilt die Innovationsmanagerin mit.

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