Leistungszentrum für Fachkräftequalifizierung für 80 Unternehmen entsteht in Schwarzheide

 

In Schwarzheide soll das Leistungszentrum Westlausitz entstehen. In dem Fortbildungszentrum erfolgen künftig Aus- und Weiterbildungen für Fachkräfte industrieller Berufe, besonders im Hinblick auf die Herausforderungen des demographischen Wandels, der Energiewende und der Digitalisierung.

 

Der damit einhergehende Wandel in der Arbeitswelt wird auch die Anforderungen an Fachkräfte grundlegend verändern. Die digitale Transformation der Region führt langfristig dazu, dass die manuelle Arbeit in vielen Bereichen zukünftig ersetzt werden wird, denn schon heute übersteigt der Bedarf an qualifizierten Facharbeitern und Akademikern häufig die Zahl der vorhandenen Arbeitskräfte. Ein derartiges Leistungszentrum verbessert die Wettbewerbsposition der Region im regionalen Wettbewerb um Arbeitskräfte, vom Auszubildenden über den Facharbeiter bis zum Akademiker.

 

Aufgrund der vorhandenen Infrastruktur und der Lage in der Lausitz bietet die Gemeinde Schwarzheide sehr gute Möglichkeiten als Standort für das geplante Leistungszentrum. „Schwarzheide ist als Standort und Projektträger für das Leistungszentrum Westlausitz perfekt geeignet.“ ist der Bürgermeister von Schwarzheide Christoph Schmidt überzeugt. „Das Leistungszentrum in Schwarzheide wird einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung und zur wirtschaftlichen Entwicklung der Region beitragen“, so Christoph Schmidt weiter. Von Anfang an unterstützt auch Siegurd Heinze, Landrat des Landkreises Oberspreewald-Lausitz, das Vorhaben. „Wir brauchen für den Strukturwandel eine auf unsere Unternehmen zugeschnittene, bedarfsorientierte Aus- und Umschulungsbasis, die bestehende Angebote entsprechend den Anforderungen, welche die Zukunft für uns alle bereithält, ergänzt. Hierfür ist das Leistungszentrum ein wichtiger Baustein - für die Menschen vor Ort, als auch für die Region in Gänze“, sagt Landrat Heinze.

 

Die Planungen für das Aus- und Fortbildungszentrum erfolgen bereits seit über zwei Jahren. Von Anfang an beteiligt war die Wirtschaftsförderung Brandenburg (WFBB). Hierzu Peter Effenberger, Bereichsleiter Investition & Innovation der WFBB: „Industriefreundlich, mit profilierten Standorten und verfügbarem Raum für Wirtschaft, mit qualifizierten Fachkräften und attraktiven Förder- und Unterstützungsangeboten für Unternehmen – das ist die Lausitz. Eine Region im Aufbruch, die Wirtschaft schätzt und Perspektive für Wachstum bietet. So vermarkten wir als Wirtschaftsförderer gemeinsam mit unseren sächsischen Kollegen diese starke Industrieregion. Wir sind überzeugt, dass das geplante Zentrum ein noch engeres Zusammenarbeiten von Unternehmen, Bildungsträgern und Institutionen ermöglichen wird. So können Fachkräften Angebote unterbreitet werden, die sie fit machen für die sich ändernden Arbeitsprozesse und - für die „Fabrik von morgen“ qualifizieren. Das Leistungszentrum Westlausitz ist daher ein wichtiger Baustein für eine entschlossene und ebenso geschlossene Vorgehensweise zur Aus- und Weiterbildung entlang der gesamten Bildungskette.“

 

Der digitale Wandel der Arbeit ist eine gemeinsame Aufgabe der Region, egal ob lokaler Kleinbetrieb, regionaler Mittelständler, internationales Großunternehmen oder auch der Bildungseinrichtungen. Eine gemeinsame Vorgehensweise zur Aus- und Weiterbildung entlang der gesamten Bildungskette ist daher schon heute notwendig, damit die Region und die Unternehmen weiterhin wettbewerbsfähig bleiben.

 

Für die Region und die Unternehmen ist die entsprechende Qualifizierung der Arbeitnehmer eine große Herausforderung, denn niemand kann heute genau sagen, welche fachlichen Kompetenzen zukünftig benötigt werden. Schon heute zeichnet sich jedoch ab, dass die Arbeit zukünftig noch mehr durch die Vielfalt der Teams, die Interdisziplinarität der Zusammenarbeit, die Autonomie der Entscheidungsfindung sowie durch räumliche und zeitliche Flexibilisierung geprägt sein wird.

 

„Die Lausitz hat das Potential sich als Paradebeispiel für einen erfolgreichen Strukturwandel zu etablieren, als Vorbild für andere Regionen in Deutschland, Europa und der Welt. So wie wir als BASF Schwarzheide GmbH die digitale Transformation an unserem Standort sichtbar umsetzen und damit greifbar und erlebbar machen, kann dies die Lausitz ganz genauso leisten. Ein Leistungszentrum Westlausitz sehen wir darin als wichtigen Bestandteil für uns und unsere Partner-Unternehmen“ so Dr. Colin von Ettingshausen, der kaufmännische Geschäftsführer und Arbeitsdirektor der BASF Schwarzheide GmbH.

 

Um den Personalbedarf in der Region auch zukünftig zu sichern, setzen sich daher u.a. die BASF Schwarzheide, die TÜV Rheinland Akademie, die Wirtschaftsförderung Brandenburg, die Industrie- und Handelskammer, die Wirtschaftsinitiative Lausitz sowie über 80 Mittelständler der Region für das Leistungszentrum Westlausitz ein. Als Zentrum für die Bündelung der Angebote der Schul-, Aus- und Weiterbildung für verschiedene Industrien in der Lausitz an einem Standort ist es ein wichtiger Bestandteil der Strategie des Landes Brandenburg, um die Lausitz zukunftsfähig aufzustellen.

 

Als Unterstützer engagiert sich ebenfalls die TÜV Rheinland Akademie von Anfang an für das Aus- und Fortbildungszentrum. „Das Leistungszentrum ermöglicht eine noch bessere Vernetzung der vorhandenen Lehr- und Lernangebote in der Lausitz, daher befürwortet die TÜV Rheinland Akademie die Bündelung der Angebote der Schul-, Aus- und Weiterbildung für die verschiedenen Industrien in der Region im Leistungszentrum Westlausitz am Standort Schwarzheide. Besonders der mit der Digitalisierung verbundene Wandel in der Arbeitswelt führt zu neuen Herausforderungen in der beruflichen Bildung. Dem könnte ein Leistungszentrum Rechnung tragen.“ sagt Rainer Erbisch, Regionalleiter der TÜV Rheinland Akademie GmbH.

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