Schüler sammeln praktische Erfahrungen im Handwerk

Berufsorientierung in Bildungsstätten der HWK Cottbus

 

Vielen Jugendlichen fällt es nach der Schulzeit schwer, eine Berufswahl zu treffen. Ihnen fehlen vor allem die praktischen Erfahrungen, die dabei helfen, eigene Stärken zu erkennen. Hier setzt die Handwerkskammer Cottbus (HWK) an. Im Dezember und Anfang des Jahres 2022 testen knapp 150 Schüler in den HWK-Bildungszentren in Cottbus-Gallinchen und Großräschen ihre Fähigkeiten.

 

Sie probieren sich in verschiedenen Berufen wie Tischler, Kfz-Mechatroniker, Metallbauer, Maurer, Dachdecker oder Friseur aus. Dabei lernen sie gleichzeitig berufsspezifische Anforderungen kennen und werden von Ausbildern darin unterstützt, eigene Potenziale zu identifizieren. „Mit diesem Schritt werden die Schüler in die Lage versetzt, sich selbst und ihre Möglichkeiten realistisch einzuschätzen, um den für sie passenden Beruf zu wählen“, erklärt Hendrik Schulz, zuständig für die Berufsorientierung bei der Handwerkskammer.

 

Neben den Praxiseindrücken werden im Unterricht alle Berufe des Handwerks vorgestellt. „Wir zeigen, wie man innerhalb eines Unternehmens aufsteigen kann. Wir sagen, wie viel Geld man im Handwerk verdienen kann. Kurzum: Wir betrachten die gesamte Karriereleiter, vom Lehrling, zum Gesellen, über den Meister bis hin zum Unternehmer“, sagt Hendrik Schulz. Rund 1.800 Frauen und Männer lernen derzeit einen Handwerksberuf. Es müssten aber viel mehr sein. „Die großen Ziele der neuen Bundesregierung sind nur mit qualifizierten Fachkräften aus dem Handwerk zu erreichen. Die Energiewende, die Digitalisierung, der Bau neuer Wohnungen oder der bedarfsgerechte Umbau von Gebäuden für Menschen im Alter: Das alles geht nur mit dem Handwerk. Mehr Anerkennung und Wertschätzung für die berufliche Bildung sind unverzichtbar, um die Fachkräftelücke zu schließen“, so Corina Reifenstein, Präsidentin der Handwerkskammer Cottbus. Sie wirbt für die Gleichstellung der beruflichen mit der akademischen Bildung.

 
Mehr als die Hälfte der Schulabgängerinnen und Schulabgänger entscheiden sich inzwischen für ein Studium, aber jedes Jahr brechen viele Tausende junge Menschen ihr Studium ab. „Bei vielen wäre das vermeidbar, wenn sie gleich eine Berufsausbildung wählen würden“, so die Bauunternehmerin.

 

Mehr als 300 freie Lehrstellen und 200 Praktikumsplätze bieten die südbrandenburgischen Handwerksbetriebe derzeit an. Es lohnt sich, jetzt einzusteigen. Die Perspektiven sind so gut wie lange nicht mehr.

 

Quelle: PM HWK Cottbus

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